Tätigkeitsbericht der GKL für 2010
Liebe Schachfreunde,
die GKL ist zuständig für den Leistungssport der beiden Schachverbände in Baden-Württemberg. Seit 1989 gibt es gemeinsame D-Kader-Lehrgänge von BSV und SVW, seit also nunmehr über 20 Jahren. Die Kosten des Leistungssports trägt teilweise der Landessportverband, den Rest teilen sich die beiden Verbände 1:1. Die Hauptlast der Ausbildung tragen aber die Eltern der Spieler. (Zum Etat siehe den Kassenbericht 2010 der GKL.)
Herausragender Spieler 2010 war Jan Gustafsson (OSG Baden-Baden), der im Dezember den deutschen Blitzmeister-Titel holte und in den nationalen A-Kader berufen wurde. Erstmals holte Clemens Werner (Karlsruher SF) den Titel „Deutscher Seniorenmeister“.
Erneut wurde die OSG Baden-Baden Deutscher Mannschaftsmeister bei den Herren und Vizemeister bei den Frauen. Beim European Club Cup erreichte die Mannschaft der OSG als bestes Team außerhalb der ehemaligen sowjetischen Staaten den 5. Rang.
Wie schnitten unsere Jungs und Mädchen diesmal bei den Europa- und Weltmeisterschaften ab? Falko Bindrich (SC Eppingen) belegte Platz 10 bei der Weltmeisterschaft U20 in Polen. Daniela Schäfer (SF Deizisau) nahm als einzige Spielerin an der Europameisterschaft in Georgien teil und holte sich den 29. Platz in der U16w. Bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Griechenland belegten Slavik Sarchisov, Silvia Spiegelberg und Andrea Srokovskiy Plätze jenseits Platz 40.
Dafür glänzten unsere Spieler bei anderen Turnieren, IM- und GM-Turnieren und Opens.
Andreas Strunski holte sich den IM-Titel. Die GKL hat erneut die Turnierteilnahme im In- und Ausland unterstützt, damit die Nachwuchsspieler die Gelegenheit bekamen, IM-Normen zu erspielen.
In die U14-Nationalmannschaft wurden Mark Kvetny und Paula Wiesner beim Länderkampf gegen Frankreich berufen.
Auch in diesem Jahr war Baden-Württemberg wieder eines der besten Bundesländer bei den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften. Auf Medaillenränge kamen 2010 Julia Bochis (2., U18w), Daniela Schäfer (3., U16w), Silvia Spiegelberg (3., U14w), Andrea Srokovskiy (3., U12w).
Das U20w-Team des SV Wolfbusch konnte bei der Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaft in Magdeburg wie schon 2007 und 2009 Gold holen (Larissa Erben, Nadine Stitterich, Andrea Mijatovic, Daniela Schäfer und Katrin Häcker); der SC Ingersheim holte in der U20w Silber. Das U16-Team des SK Bebenhausen holte wie schon 2009 Gold bei der DVM U16 in Naumburg (Ulrich Zimmermann, Georg Braun, Philipp Kaulich, Danijel Gibicar, Xianliang Xu).
Auch bei der
Ländermeisterschaft der Jugend, die 2010 in Stuttgart stattfand, konnten wir
punkten. Das Team Württemberg holte Bronze (Jens Hirneise, Jaroslav
Krassowizkij, Georg Braun, Larissa Erben, Mark Kvetny, Daniela Schäfer, Kevin
Walter, Sandra Weber und Nikolas Pogan) knapp vor Württemberg II. Baden wurde
Siebter.
Immer populärer werden die deutschen Internet-Jugendmeisterschaften, die in den
Altersklassen U25, U18 und U14 ausgetragen werden. Die U18 gewann dieses Jahr Christoph
Tiemann, die U25 Georg Meier (beide OSG Baden-Baden).
Die deutsche Meisterschaft fand 2010 in Bad Liebenzell statt, organisiert vom SK Neuhausen um Norbert Bogner. Bronze ging an seinen Sohn Sebastian, der 2010 nach Wattenscheid wechselte. Beide Landesmeisterschaften (für Erwachsene) gingen an die Jugend und an die jeweiligen Vorjahresmeister. Andreas Heimann holte sich auch den Sieg bei der badischen, Jens Hirneise (SF Deizisau) bei der württembergischen Meisterschaft. Heimann holte sich zudem Bronze bei der Internationalen deutschen Jugend-Meisterschaft.
Die Schach-Olympiade fand 2010 im sibirischen Khanty-Mansiysk statt. Die Team im Open litt an der Nichtnominierung der deutschen A-Kaderspieler. Letztlich nahmen mit Rainer Buhmann, Sebastian Bogner und Falko Bindrich drei Baden-Württemberger teil. Rainer Buhmann holte das beste Ergebnis für Deutschland. Im Frauenteam spielte Elisabeth Pähtz am Spitzenbrett.
Bei der Senioren-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände holte Baden Silber, Württemberg I wurde 4., das zweite Württemberg-Team Achter.
Bei den Schulschach-Wettkämpfen auf Bundesebene holte das Solitude-Gymnasium Gold (WK Mädchen), die Grundschule Oberrotweil Silber (WK Grundschulen) und das Gymnasium Bad Mergentheim Bronze (WK II).
Mit 13 der 57 Bundeskader stellt Baden nach wie vor gut ein Viertel der deutschen Spitzenspieler. Bundeskaderspieler vertreten Deutschland auch bei internationalen Team-Wettkämpfen.
Ein Schwerpunkt der GKL-Arbeit lag auf der Förderung der Spitzenspieler. Neben Zuschüssen, Trainingssonderförderung und der Vermittlung von Normenturnieren für die Spieler unterstützt die GKL IM- und WIM-Turniere auf baden-württembergischem Boden auch finanziell, mit dem Ziel der Erzielung von Normen für die Nachwuchsspieler.
Die GKL beschäftigt sich insbesondere mit den Landeskaderspielern (D-Kader), dem Nachwuchs in Talentfördergruppen und seit Ende 2003 wieder mit einer Mädchennachwuchsgruppe. Hinzu kommt die Verantwortung für die jüngeren Bundeskaderspieler und seit 2005 für Jugendliche unter 10 Jahren, für die (und deren Eltern) informative U10-Tage stattfanden, seit 2007 auch zusätzliche Trainingstage.
Das Training mit den Landeskadern umfasst insbesondere die D-Kader-Lehrgänge sowie Stützpunkttraining in Baden-Baden und Backnang. Landestrainer Jaroslaw Srokowski bot 2009 wieder ein ergänzendes E-Mail-Training an, und stellte in Abstimmung mit Heimtrainern, Kaderspielern und deren Eltern Jahrestrainingspläne auf. In die Lehrgänge wurden auch Einheiten zu Anti-Doping-Fragen eingebunden.
Im November 2006 wurde das GKL-Landesleistungszentrum Baden-Baden rückwirkend zum 1.1.2006 vom Bundesinnenministerium als Bundesstützpunkt anerkannt. Dies geht nicht mit der Erhöhung von Mitteln seitens des Bundes oder Landes einher. Im März 2007 stand hierzu und zum Leistungssport in Baden-Württemberg ein Strukturgespräch mit dem Landessportverband an. Zunächst sollten die Schachverbände aufzeigen, dass sie professionell an den Leistungssport herangehen. Für die aktuelle Bewertung erwarten wir, in die Förderstufe Eins aufgenommen zu werden (2008 bis 2010 gab es keine Neufestsetzung). Personalmittel seitens des Landessportverbandes rücken hiermit in Nähe, jedoch ist weiterhin nicht von einer Vollfinanzierung auszugehen.
Trainingsmaßnahmen werden vom Bundesstützpunkt in Kooperation mit dem Schachzentrum Baden-Baden durchgeführt. Bundes- und Landeskaderspieler nehmen regelmäßig an den Trainingsangeboten teil. Das Schachzentrum Baden-Baden wird seit 2009 personell von Markus Keller verstärkt, der sich zusammen mit Christian Bossert auch um das Seminarangebot kümmert.
Die Schachverbände haben mittlerweile den Bundesstützpunkt als Abteilung an das Schachzentrum Baden-Baden angeschlossen. Mit Einweihung der Räumlichkeiten im Kulturhaus LA8 (Gebäude der Grenke-Stiftung) zur Osterzeit 2009 stehen dem Bundesstützpunkt bessere Möglichkeiten für seine Tätigkeit zur Verfügung.
Durch die gleich hoch bleibenden Mittel aus den Etats der beiden Schachverbände und den Mitteln des Landessportverbandes sowie aus einem aus der Vergangenheit resultierendem Polster, können immer mehr Ideen umgesetzt werden, die den Talenten und Spitzenspielern in verschiedenster Weise zu Gute kommen. Einige der Aktionen habe ich oben erwähnt. 2010 wurde eine Trainingswoche in den Sommerferien angeboten und angenommen. Das Jahr lag auch im Zeichen der Fortbildung der Trainer. Neben dem regelmäßig angebotenen Trainingstag für Stützpunkttrainer wurde erstmals ein Trainingstag speziell für Heimtrainer von jugendlichen Spitzenspielern angeboten. 2010 sollen die Eltern der Landeskaderspieler zu einem Meeting eingeladen werden. Der Landessportverband hat auf mein intensives Werben die allgemeinen Mittel, die 2009 gekürzt wurden, für 2010 erhöht. Der LSV gibt in den Leistungssportetat 2010 der Schachverbände so viel Geld wie noch nie seit der Übernahme des Geschäftsführerpostens durch mich im Jahr 2003.
Für die Teilnehmer aber auch für die Referenten, die Ansprechpartner der GKL und der Schachjugenden bedeuten die zusätzlichen Aktionen Mehrarbeit und vor allem mehr investierte Zeit. Derzeit sehen die Schachverbände jedoch nicht vor, dies finanziell auszugleichen. Ob dann mittelfristig geeignetes Personal zur Verfügung steht, ist fraglich. Ich weise seit Jahren darauf hin.
Einzelne Punkte der vielfältigen Arbeit (ohne Reihenfolge der Wichtigkeit, nicht abschließend):
Terminplanung
Jahresplanung/ Maßnahmenplan
Persönliche Kontakte/ Gespräche/ Briefe/ E-Mails
Erstellung Homepage www.gkl-bw.de mit Terminplan
Presseberichte
Schachjahresbericht 2009/2010 für LSV
D-Kader-Lehrgänge / Mädchen-Lehrgänge:
- Vorbereitung, Einladung, Durchführung und Abrechnung aller Lehrgänge
- Belegung Lehrgänge 2010 und 2011 (1. Halbjahr)
Talentsichtungslehrgang:
- Vorbereitung, Belegung, Einladung, Durchführung und Abrechnung des Lehrgangs im Juli (als Zentrallehrgang für ausgewählte Stützpunktspieler)
Talentstützpunkte:
- Abrechnung der Stützpunkte-Zuschüsse
- Hochrechnung der Ausgaben der Stützpunkte zur Jahresmitte
- Konkretisierung einheitlicher Vorgehensweise in den Stützpunkten
- Scorecard bzgl. leistungssportlicher Gesichtspunkte der Stützpunktarbeit
Kasse:
- Laufende Zahlungen
- Haushalt 2010; Etatentwurf 2011
Bundeskaderanträge
Neue D-Kader im September
Zuschussanträge von Jugendlichen
GKL-Sitzungen und –Ausschusssitzungen
Kontaktpflege zum Schachzentrum Baden-Baden und zur Karpow-Schachakademie Rhein-Neckar
Weitere Informationen finden Sie über die Startseite (www.gkl-bw.de).
Mein Dank gilt auch an dieser Stelle allen Kaderspielern, Eltern, Trainern und den dem Leistungssport Nahestehenden für die konstruktive Zusammenarbeit.
gez. Markus Keller