Baden-Württembergische Erfolge beim 2. Pfalz-Open

Stärkstes Schachturnier in Deutschland

 

Souveräner zweiter Platz für Sebastian Bogner aus Neuhausen bei Pforzheim beim 2. Pfalz-Open in Neustadt an der Weinstraße knapp hinter dem aktuellen Europameister Sergei Tiviakov (Niederlande). Bogner erzielte mit seiner Leistung seine zweite GM-Norm innerhalb eines Jahres.

 

Auch der Hockenheimer Großmeister Rainer Buhmann kam mit dem achten Platz von 322 Spielern in die Spitzengruppe und Preisränge. Insgesamt nahmen 29 Großmeister und 10 Großmeisterinnen vom 15.-22. Februar teil. Die Spieler kamen aus 36 Ländern.

 

Das mit 25.000 Euro dotierte Open zählt in seiner zweiten Auflage bereits zu den fünf bestbesetzten Open in Europa. Das Turnier ist damit auch das bestbesetzte Open Deutschlands, lediglich die Chess Classic in Mainz, die allerdings über einen kürzeren Zeitraum im Schnellschach durchgeführt werden, übertrifft das neue Open. Das Pfalz-Open zählt zur ACP Tour, der Turnierserie der Association of Chess Professionals, ist jedoch offen für Jedermann.

 

Die GKL Schach Baden-Württemberg, für den Leistungssport der beiden Landes-Schachverbände zuständig, schickte sieben Nachwuchsathleten nach Neustadt, die auf dem Sprung zu einer IM-Norm sind. Das Paket beinhaltete die Übernachtungskosten und das Startgeld. Bereits letztes Jahr wurde die Förderung im Spitzenbereich durch den Besuch von IM-Turnieren im Ausland intensiviert. Erstmals wurde nun auch das Pfalz-Open mit einbezogen, gleich mit schönem Erfolg.

 

Internationaler Meister (IM) wird sich demnächst Florian Dinger (Oberkochen, Baden-Baden) nennen können, der in Neustadt seine dritte Norm erspielte. Er kam im hochkarätigen Feld auf den 40. Platz. Ohne Norm blieben, wenn auch knapp, Tobias Hirneise (63.; Kernen, Neuhausen), Joshua Hager (73.; Karlsruhe, Baden-Baden), Waldemar Schlötzer (110.; Brackenheim, Buchen), Larissa Erben (187.; Stuttgart-Wolfbusch) und Alisa Frey (238.; Ersingen, Neuhausen). Manuela Mader (93.; Ettlingen, Neuhausen) holte sich zwar eine weitere WIM-Norm, jedoch wird sie den Titel bereits im März bekommen und zielte auf ihre letzte benötigte WGM-Norm. Letztlich fehlte ein halber Punkt. Alles in allem war Schach-Leistungssportkoordinator Dr. Markus Keller zufrieden, der als Hauptschiedsrichter ebenfalls in Neustadt war. Kurzfristig konnte er GM Arik Braun als Betreuer der Nachwuchsspieler für die letzten Runden gewinnen. Arik Braun, zurzeit noch bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr, wurde in der Vorwoche in Saarbrücken souverän Deutscher Meister. Die Neuhausener Spieler wurden bestens vereinsintern vorbereitet.

 

Erwähnenswert ist noch die Platzierung von IM Hannes Rau (Eppingen) auf einem hervorragenden 28. Platz und das hervorragende Abschneiden der Karlsruherin Paula Wiesner. Mit ihren neun Jahren war sie der Liebling des Turniers. Mit hervorragenden 4 Punkten aus 9 Partien bekam sie nicht nur einen 300 Euro schweren Preis für die beste Platzierung ihrer Spielstärkegruppe, sie verbesserte ihre DWZ um 158 Punkte!

 

Letztlich sei noch erwähnt, dass fast alle Spieler auch einen ELO-Gewinn verbuchen konnten. Joshua Hager (plus 36 ELO), Manuela Mader (plus 22), Florian Dinger und Larissa Erben (je plus 20). Nicht so gut lief es bei Tobias Hirneise, der direkt von der Deutschen angereist war (minus 15). Offenbar überspielt. Auch Waldemar Schlötzer (minus 10) und Alisa Frey (minus 22) konnten nicht ganz trumpfen. [Die angegebenen Zahlen setzen ELO-Koeffizient 15 voraus.]

 

In diesem Jahr sollen zudem zwei ausländische IM-Turniere beschickt werden, z.B. in Prievidze/ Slowakei. Schon im letzten Jahr konnten auch dort baden-württembergische Nachwuchsspieler IM-Normen erspielen.